• Vegane Weine

    vegane_weineWarum handelt es sich bei Wein nicht zwangsläufig um ein veganes Produkt? Schließlich werden die edlen Tropfen aus vergorenem Traubensaft hergestellt! Die Problematik für Menschen, die sich vegan ernähren möchten, besteht jedoch darin, dass beim sogenannten „Ausbau“ des Weines diverse Hilfsstoffe – darunter auch einige tierischen Ursprungs – zugelassen sind.

    Schönung des Weins durch nicht-vegane Methoden

    Um den Most oder den frisch vergorenen Wein zu klären bzw. zu schönen, vertrauen viele Winzer auf die Hilfe von Zusatzstoffen, welche Hefereste sowie Schwebpartikel im Wein binden und deren Absetzen auf dem Fass- oder Tankboden beschleunigen, so dass sie anschließend durch Filtration entfernt werden können.

    Dieses Verfahren soll eine Trübung sowie die Entstehung von Geschmacksfehlern verhindern. Unter anderem greifen die Kellermeister dabei auf Gelatine sowie Fischblasen zurück. Aber auch Casein, ein Milchprotein, sowie das ebenfalls aus Milch gewonnene Lysozym kommen häufig zum Einsatz. Darüber hinaus zählt Albumin (Eiklar) zu den gängigen nicht-veganen Hilfsstoffen.

    Da all diese Zusätze im Laufe des Klärungsprozesses dem Wein durch Filtration wieder entzogen werden, weist der trinkfertige Wein im Grunde keines dieser Produkte mehr auf. Gleichwohl lehnen überzeugte Veganer selbst den „vorübergehenden“ Einsatz von tierischen Bestandteilen ab, um keinesfalls unnötiges Leid zu verursachen.

    Vegane Verfahren

    Den Winzern stehen aber auch verschiedene vegane Verfahren zur Klärung des Weins zur Verfügung: So präsentiert sich beispielsweise das aus Meeresalgen gewonnene Agar-Agar als pflanzliches Pendant zu Gelatine. Des Weiteren binden auch mineralische Hilfsstoffe die im Wein enthaltenen Trübstoffe zuverlässig: Neben Aktivkohle und Kaolinerde zählt vor allem Bentonit, eine natürliche Mineralerde aus Kalzium-, Natrium- und Aluminium-Silikaten, zu den am häufigsten verwendeten Zusätzen.

    Daneben treten manche Weingüter auch für einen Verzicht auf künstliche Schönung ein und argumentieren, dass diese den Geschmack beeinflussen und den individuellen Charakter des Weines verändern würde. Gleichzeitig nehmen diese Winzer eine aufwändigere Kellerarbeit in Kauf, um dem Wein mehr Zeit zuzugestehen, in welcher die Schwebstoffe und Hefereste von selbst zu Boden sinken können. Nach mehrmaliger Soutirage – einem behutsamen Umfüllen des Weines in ein anderes Fass – weist auch dieser Rebensaft in der Regel nur noch eine geringe Trübung auf.

    Wie erkennt man veganen Wein?

    Leider existiert nur eine sehr unvollständige Kennzeichnungspflicht: Zwar müssen alle Weine ab dem Jahrgang 2012 wegen der Gefahr allergischer Reaktionen einen Hinweis auf die Verwendung von Milchprodukten bzw. Eibestandteilen besitzen, doch für Gelatine oder Hausenblasen besteht weiterhin kein gesetzlicher Zwang zur Deklaration.

    Das einzig verlässliche Logo für vegane Lebensmittel stellt derzeit die Blume der englischen „Vegan Society“ dar. Darüber hinaus kann eine Nachfrage beim Winzer für Klarheit sorgen.

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